Sonntag, 10. Mai 2009

TAG 4

Nachdem wir gleich früh morgens mit Sunny Cars alles abklären konnten waren wir schon um 10 Uhr in der Werkstatt, wo nun beide Hinterreifen erneuert wurden (kostete läppische 375 Euro, da 17 Zoll-Felgen, aber auf Kosten von Sunny Cars sollte es uns recht sein). Einstweilen bummelten wir durch das Shoppingzentrum nebenan (ebenfalls SO geöffnet), probierten neue Frisuren aus usw. usw. :D



Knapp eine Stunde später waren wir wieder on the road - es ging nach PORTO, die wichtigste Industriestadt des Landes (auch wenn es uns nur in die Altstadt verschlug), gelegen im sogenannten Douro-Tal.
Vom Süden her kommend sah Porto wirklich sehr einladend aus: die mittelalterlichen bunten Altstadthäuschen, die sich gegenseitig stützen um nicht einzufallen, mit ihren bunten, wenn auch verrosteten und grün berankten schmiedeeisernen Balkons, die vielen Brücken und die alten Boote, die früher die Weintrauben aus den oft 100 km entfernten Weinbergen in die Stadt brachten wo sie erst verarbeitet wurden, machten wirklich ein hübsches Bild.


Schnell fiel uns auf dass für einen Sonntag relativ viel los war in Porto, warum stellte sich kurz nachdem wir uns zu Fuss aufgemacht hatten, die Stadt zu erkunden, heraus. Die "Giesen" feierten den 200. Jahrestag der Befreiung von französischer Besatzung. Zig verkleidete Menschen zogen durch die Straßen und spielten historische Szenen nach, sogar Napoleon in personam war vertreten. Witziges Detail am Rande: Die französische Attillerie wurde von Deutschen (in Portugal) gespielt!?!


Am Praca do infante D.Henrique (Platz des Thronfolgers Heinrich der Seefahrer) konnten wir die Parade hinter uns lassen und unseren Porto-Streifzug - immer bergauf - beginnen. Vorbei an der Igreja do S.Francisco und der alten Börse - ebenfalls an obig genannten Platz gelegen ....


...weiter zum Torre Clerigos, dem höchsten Kirchturm Portugals (und trotzdem haben wir ihn nur durch Fragen gefunden) ...


....vorbei am Praca Liberdade (das Herz Portos) mit dem Rathaus, flankiert von weiteren schönen alten Bauten .....


... sowie dem mit den typischen portugiesischen blauweiß bemalten Kacheln ausgestalteten Bahnhof .....


.... besichtigten wir schlussendlich noch die (= Kathedrale), die auch hier in Porto sehr wehrhaft gestaltet war.


Wie schon erwähnt, sah Porto "von weitem" wirklich sehr nett aus. Geht man jedoch durch die kleinen Gassen bekommt man ein ganz anderes Bild von dieser alten Stadt. Man wird mit Armut und Verwahrlosung konfrontiert, die Stadt insgesamt sieht sehr heruntergekommen aus, die Gassen riechen abseits von den großen Straßen fast alle stark nach Urin und das "Sackerl fürs Gackerl" hat sich hier auch noch nicht durchgesetzt. Auch das ist Porto, muss man an dieser Stelle also zugeben.


Um aber das schöne Bild, dass wir zu Beginn hatten, in Erinnerung zu behalten, machten wir zum Abschluss noch eine Bootsfahrt vom Fischerviertel Ribeira aus, auf der wir die 6 Brücken von Porto passierten. Vom Wasser aus war Porto am schönsten und wir ließen uns dieses Erlebnis auch nicht durch Hernando, einem nervigen spanischen Touristen verderben, der meinte sein dicker Bierbauch müsse auf jedem Bild sein, dass von diesem Boot aus geschossen wird (von seiner Kate Winslet oder König der Weeeelt-Einlage sag ich ja eh nichts).


Zu guter Letzt gab es noch eine abschließende Fotosession an der Ponte Dom Luis ...



... dann verabschiedeten wir uns von Porto und fuhren ins ca. 40 km entfernte BRAGA, wo wir im 4* Hotel Albergaria Senhora a Branca eincheckten (für 50 Euro die Nacht mit Frühstück, ein Hoch auf die Vorsaison!). Dieses Hotel war früher ein Wohngebäude, somit war unser "Zimmer" eine ehemalige Wohnung mit Dachterrasse. Sehr feine Sache!

Den Nachmittag verbrachten wir auf dem Zimmer / vor dem Fernseher, da es etwas zu regnen begonnen hatte. Gegen 20 Uhr trieb uns aber dann doch noch der Hunger raus, wobei die Suche nach einem geöffneten Restaurant doch sehr schwierig war im komplett ausgestorbenen Braga (wahrscheinlich guckten alle FC Porto gegen Nacional).


Im Cozinha da Sé wurden wir aber doch noch fündig und sehr gut versorgt und können nun somit die portugiesische Meinung bestätigen, dass man in Braga am besten in ganz Portugal isst (besonders Michi mit seinem in Brot gebackenen Dorsch).



In Portugal sagt man übrigens:

Lissabon feiert. Coimbra studiert. Porto arbeitet. Braga betet.

Hätte der Grund sein können, warum Braga an diesem Sonntag gar so still war. Wären da nicht die um 22 Uhr nach dem Fußballspiel einfallenden, schreienden, hupenden Fans gewesen (Porto hatte ja auch wieder einmal gewonnen). Damit war das Rätsel gelöst und wir konnten beruhigt schlafen gehen.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen