Samstag, 9. Mai 2009

TAG 3

Gleich pünktlich zur Öffnungszeit um 9 Uhr morgens machten wir uns in TOMAR neuerlich auf den Weg zur Kreuzritterburg, um nun auch ihr Innenleben besichtigen zu können. Übrigens ganz toll in Portugal: Studenten haben fast überall gratis Eintritt, auch jenseits der 25er-Altersgrenze! Da kommt Freude auf!

Erbaut wurde das Castelo dos Templarios und das angeschlossene Convento bereits Mitte des 12.Jahrhunderts als Bollwerk gegen den Maureneinfall. Nach und nach wurde es dann in den nächsten Jahrhunderten erweitert und weist daher eine Vielzahl markanter Baustile auf. Sehr bekannt sind seine Kreuzgänge mit typischen Spitzbögen und Doppelsäulen (Bild rechts).


Hier noch mehr Eindrücke von den Kreuzgängen des Convento de Christo (Die Portugiesen sagen übrigens Chrischto und Jesusch - nur so nebenbei).


Wie in allen Klöstern haben sich auch in diesem die Erbauer besonders in der Kirche verwirklicht. Die achteckige Kuppel, die den Altar überspannt, zieht die Blicke empor.



Lichtdurchflutet und daher hübsch anzusehen war auch der lange Gang mit den (ehemaligen) Mönchszellen, die im Übrigen geräumiger waren als man es von solchen erwartet.



Das Konvent beherbergt noch eine Besonderheit: Das berühmteste manuelinische Fenster Portugals, die Janela do Convento de Christo. Innen ganz unspektakulär, aber außen übermäßig verziert mit zig Ornamenten.



Nach diesem tollen Erlebnis konnten wir Tomar hinter uns lassen und uns in Richtung COIMBRA aufmachen, wo wir unter anderem die älteste Universität Portugals besichtigen wollten. Auf der Fahrt, die von unserem Navi wiedermal etwas konfus geplant war - es führte uns zB nach Chaos! - trafen wir dauernd auf Menschengruppen, mit Warnwesten und Wanderstöcken ausgestattet, in allen Altersgruppen und körperlichen Verfassungen. Wir hatten schon eine Ahnung, die uns ein Kellner in Coimbra später bestätigte: Diese Menschen hatten sich doch tatsächlich aufgemacht um zu Fuss in 4 Tagen in Fatima den Jahrestag der Erscheinungen am 13.5. zu feiern! 85 km in 4 Tagen mag sich für viele nicht tragisch anhören, wenn ihr aber wie wir einige der Leute gesehen hättet würdet ihr unsere Bedenken teilen. Wie auch immer, der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge, hier buchstäblich, also werden sie schon alle gut angekommen sein.

Wir erreichten COIMBRA am frühen Nachmittag, hatten nach mühsamer Parkplatzsuche in der Nähe des Hauptplatzes Erfolg (nachdem uns ein netter Portugiese die Parkgepflogenheiten erklärt hat) und machten uns dann zu Fuss - nach einem kurzen Abstecher in den Parque de Santa Cruz auf zum Universitätscampus, zu dem wir einige Stiegen hinauf steigen mussten an deren Ende uns Dom Dinis Statue empfing.


Unseren Rundgang begannen wir mit dem universitätseigenen Gefängnis (die Universität hatte bis in die frühe Neuzeit eigene Gerichtsbarkeit), danach besichtigten wir die alte Bibliothek aus dem 18. Jht. (Fotografieren verboten - wir haben es trotzdem gewagt).


Natürlich gibt es auch eine universitätseigene alte Kirche, die jedoch nicht besonders aufregend war, umso mehr begeisterten uns die alten Vorlesungssäle (Michi der Streber natürlich in der ersten Reihe) und Zeremonieräumlichkeiten.


Aber am umwerfendsten war der Campus selbst, hier lässt es sich wohl hübsch studieren.


Nicht zu vergessen den tollen Ausblick auf die Stadt:



Neben der Uni besuchten wir noch die Sé Velha (die alte Kathedrale, ein romanisches Bauwerk) und die Igreja Santa Cruz, in welcher die ersten portugiesischen Könige (Alfonso Henrique und Sancho I. begraben sind).


Nach der Tour gönnten wir uns dann eine Einkehr bei Pizza Hut bevor wir unser nächstes Ziel ansteuerten: Die hübsche COSTA NOVA bei Aveiro. Dort wollten wir den restlichen Tag am Strand genießen und dabei die für die Costa Nova berühmten "Strandtuchhäuser" bewundern.



Aber es kam anders. Grade an den hübschen Häuschen angekommen, bei ungefähr 20 km/h platzte plötzlich und ohne ersichtlichen Grund der linke Hinterreifen unseres Mietwagens. Michi machte sich gleich ans Reifenwechseln und wir versuchten die Autoverleihfirma zu kontaktieren, bekamen mit unserem Handy aber keine Verbindung. Michi wollte ein vorbeispazierendes Ehepaar nur fragen ob man mit Vorwahl wählen muss doch diese erwiesen sich nach kurzer Schilderung unseres Problems als die Helfer in der "Not". Der nette Portugiese verhandelte nicht nur telefonisch mit der Verleihfirma, er bot darüber hinaus an, uns persönlich zur Reifenfirma zu geleiten, in seinem Porsche Carrera (!!) und erklärte dann auch dort noch unser Anliegen. Echt beeindruckend diese Hilfsbereitschaft der "Giesen". Denn auch William von Norauto bemühte sich sehr für uns, derselbe Reifen war nämlich nicht lagernd und rief er sohin alle Filialen in der Umgebung für uns an. Aufgrund der notwendigen Rücksprache mit Sunny Cars veschoben wir die "Reifengeschichte" auf den nächsten Tag (Sonntag, aber in Portugal hat fast alles offen) und nutzten den Abend, um AVEIRO ein wenig zu erkunden.

Aveiro wird auch Venedig Portugals genannt. Warum - das verraten die Bilder.


Nach dem traditionellen "Venedig-Abendessen" (Brot und Philadelphia aus dem Supermercado) und einem schönen Spaziergang trafen wir in unserem Hotel noch auf eine portugiesische Familie, die uns voll Freude ansprach als sie hörte dass wir aus Austria sind, da ihr Sohn in Salzburg arbeitet. Auch diesen netten Leuten war es eine große Freude, dass wir als Österreicher in Portugal urlauben und uns so wohlfühlen.

Obwohl Tag 3 schon genug gebracht hatte, wars mit Action für uns noch nicht vorbei. Als ich spätabends gerade am bloggen war und Michi fernschaute war plötzlich mit einem lauten Zischer der Fernseher im Zimmer aus. Im ersten Moment dachten wir naiverweise noch, das Hotel würde um 23h den Strom abstellen (warum auch immer?) doch der plötzliche strenge Verbrennungsgeruch löste das Rätsel: Der Fernseher war ko gegangen. Mit ihm leider die Sicherung im Netzteil des Ladegeräts des Netbooks, dass wir nun nicht mehr laden konnten. Fürs Fotos sichern sollte der Akku noch reichen, fürs bloggen leider nicht. Daher hieß es für mich ab Tag 4 handschriflich Reisetagebuch zu führen. Wie in guten alten Zeiten.


Wer ist Schoko, wer Vanille?

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